EM-Trainer – Der ehemalige Pliezhäuser Sprinter Patrick Saile formt Weltklasse-Sprinter und Bobfahrer
Er trimmt schnelle Beine von Weltklasse-Sprintern und Bobfahrern. Bei der EM in Birmingham erntet Patrick Saile (39) viel Lob bei ARD, ZDF und Eurosport als Trainer hinter den Erfolgen der Schweiz. Saile ist erfolgreicher Nationaltrainer in der Schweiz und betreut in England gleich zehn Athleten in Einzel und Staffel-Wettbewerben. Saile ist Schwabe, der vor wenigen Jahren noch im Trikot des LAC Pliezhausen und des VfL Sindelfingen sprintete. Seine respektablen Bestzeiten: 10,73, 21,52 und 48,57 Sek. 2020 hat er ein Angebot es Schweizer Leichtathletik-Verband angenommen und trimmt seitdem eine ganze Reihe eidgenössischer und deutscher Sprintbeine auf schnelle Zeiten.
„Der Reiz am Sprint ist die mentale Arbeit“
„Mit jungen Athleten als Sprinttrainer zu arbeiten, deren Träume zu erfüllen, ist ein schöner Job“, schätzt der Remshaldener seine Arbeit. „Der Reiz am Sprint ist die mentale Arbeit beim Großanlass, die Ruhe vor dem Start, wenn das Stadion ganz ruhig wird und dann komplett eskaliert“. Saile lebt bei Zürich und arbeitet vor allem im „Leichtathletik-Tempel“ Letzigrund. Er hat Mujinga Kambundji zu zwei Hallen-WM-Titel begleitet und trainiert derzeit mit Geraldine di Tizio-Frey die derzeit schnellste europäische Sprinterin mit Bestzeit 10,96 Sek., und auch die zweite Schweizerin im 100 Meter-EM-Finale, Salome Kora, gehört zur Trainingsgruppe von Saile. Ebenso der österreichische Rekordhalter Markus Fuchs. Anik Kälin, als Siegerin in Götzis und Ratingen die derzeit weltbeste Siebenkämpferin, ist zweimal wöchentlich zum Sprinttraining beim schwäbischen Sprintexperten.
Saile hat beachtlichen Spuren hinterlassen und seine Erfolgsbilanz ist schon beachtlich. Alexandra Burghardt, die als eine von nur zwei deutschen Sportlerinnen sowohl eine olympische Sommer- wie Wintermedaille gewann, hat Trainer Saile für die Kunststoff- wie Bobbahn schnell gemacht. Burghardt holte mit der deutschen 4x100 Meter-Staffel in Paris Bronze, im Zweierbob in Cortina Silber, und war acht Mal Deutsche Meisterin im Sprint.
Schnelle Beine für die Bobbahn
Die deutschen Bobfahrer Laura Nolte und Johannes Lochner machte Saile für die ersten 50 Meter so schnell, dass sie beide olympisches Gold gewannen. „Nicht selten laufen die Bobfahrer 100 Meter unter elf Sekunden“, weiß der Trainer. In ganz kurzer Zeit auf ganz hohe Geschwindigkeiten zu kommen ist die Aufgabe und das Geheimnis.
Seine ungewöhnlichen Fähigkeiten für den Sprint hat Patrick Saile im Rahmen seines Sportstudiums an der Uni Tübingen erworben. Seit zehn Jahren setzt er die Biomechanik-Kenntnisse in die Praxis um. Wissen, Konsequenzen fürs Training und Einfühlungsvermögen sind die Voraussetzungen. „Patrick ist ein wichtiger Teil unseres Team“, betont die dreifache schweizer Rekordhalterin Mujinga Kambundji. Doppel-Olympiasieger Johannes Lochner sagt: „Saile hat einen entscheidenden Anteil an meinen Goldmedaillen“.
Sailes Verdienst am schweizer Aufschwung
Andreas Hediger, Meeting-Direktor von Weltklasse Zürich, dem bedeutendsten Leichtathletik-Meeting weltweit, würdigt dessen Leistung für die Schweizer Leichtathletik: „Der Aufschwung der Schweizer Sprintszene ist mit Sailes Verdienst.“ Dieser leiste seriöse Arbeit, „mit der wir sogar an den deutschen Sprinterinnen vorbeiziehen konnten“ sagt Hediger. Noch immer ist der „geborene Sprinter“ mit Pliezhausen in Verbindung, war dreimal beim Läufermeeting am Start („300 Meter im strömenden Regen“), und steht in zwei LAC-Staffeln in Vereinsrekorden drin. Bei der EM in Birmingham hat er in den Schlusstagen vor allem die Staffeln im Blick. „Wir hoffen da auf eine Medaille“.